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Arbeitskleidung für die Apotheke – Kittel, Kasacks, Polos und Hosen passend zum Arbeitsbereich
Arbeitskleidung in der Apotheke muss zu sehr unterschiedlichen Tätigkeiten passen: Beratung im HV-Bereich, Warenbewegung, Dokumentation, Rezeptur und weitere pharmazeutische Arbeitsbereiche stellen nicht dieselben Anforderungen an Schnitt, Material oder Schutzfunktion.
Deshalb sollte Berufsbekleidung nicht allein nach Farbe oder Optik ausgewählt werden. Entscheidend sind Tätigkeit, Passform, Bewegungsfreiheit, Taschen, Material, Waschbarkeit und gegebenenfalls die betrieblich festgelegte Schutzkleidung. Die Berufswelt Apotheke bündelt dafür Kittel, Kasacks, Shirts, Poloshirts und Hosen.
Besonders wichtig bei Rezeptur und Herstellung:
Die Apothekenbetriebsordnung verlangt für Bereiche der Arzneimittelherstellung geeignete Hygienemaßnahmen und einen schriftlichen Hygieneplan. Dazu gehören auch Festlegungen zum hygienischen Verhalten am Arbeitsplatz und zur Schutzkleidung des Personals. Ein normaler Berufskittel ist daher nicht automatisch für jede Herstellungstätigkeit ausreichend.
Welche Kleidung passt zu welchem Bereich in der Apotheke?
| Arbeitsbereich | Typische Anforderungen | Mögliche Berufsbekleidung |
|---|---|---|
| HV / Beratung / Sichtwahl | viel Stehen, Gehen, Kundenkontakt und einheitlicher Teamauftritt | Kittel, Kasack, Poloshirt oder Shirt – abhängig vom Apothekenkonzept |
| Rezeptur / Arzneimittelherstellung | Hygieneplan, hygienisches Verhalten und festgelegte Schutzkleidung | Kittel beziehungsweise weitere Schutzkleidung nach den betrieblichen Vorgaben |
| Warenlager / Backoffice | Bewegungsfreiheit beim Einräumen, Gehen, Sitzen und Arbeiten am PC | Polo, Shirt, Kasack und bequeme Arbeitshose |
| Spezielle Gefahrstofftätigkeiten | konkrete Stoffe, Exposition und Schutzmaßnahmen berücksichtigen | Berufsbekleidung plus ausdrücklich geeignete Schutzkleidung/PSA nach Gefährdungsbeurteilung |
Welche Kleidung tatsächlich getragen werden soll, entscheidet die jeweilige Apotheke anhand ihrer Tätigkeiten, Hygieneorganisation und gegebenenfalls der Gefährdungsbeurteilung.
Apothekerkittel, Kasack oder Poloshirt – was passt besser?
Für den öffentlichen Bereich einer Apotheke gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, ein Team einheitlich und funktional auszustatten.
- Kittel: klassischer Berufsmantel mit Frontöffnung, häufig mit Brust- und Seitentaschen.
- Kasack: unkompliziertes Arbeitsoberteil mit vielen Schnitt-, Farb- und Materialvarianten.
- Poloshirt: sportlichere Teamlösung, gut mit Hosen und zusätzlicher Oberbekleidung kombinierbar.
- T-Shirt: reduzierte, lockere Teamoption für Arbeitsbereiche, in denen das betriebliche Bekleidungskonzept dies vorsieht.
Keine dieser Varianten ist allein aufgrund ihrer Bauform hygienischer. Entscheidend sind Nutzung, Aufbereitung und die Anforderungen des jeweiligen Arbeitsbereichs.
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Drei konkrete Beispiele für unterschiedliche Apotheken-Outfits
Die aktuelle Berufswelt Apotheke enthält 141 Artikel. Drei unterschiedliche Modelle zeigen, dass ein Apothekenteam je nach gewünschtem Look und Wäscheprozess sehr verschiedene Lösungen wählen kann.
| Modell | Material / Gewicht | Waschbarkeit | Interessant für |
|---|---|---|---|
| EXNER Damenkittel 292 | 50 % Polyester / 50 % Baumwolle, ca. 175 g/m² | bis 90 °C, industriewäschegeeignet | klassischer Kittellook mit Stehkragen, 3 Taschen und Seitenschlitzen; XS–5XL |
| Damen-Stretch-Kasack 2692 | 53 % Baumwolle / 44 % Polyester / 3 % Spandex, 160 g/m² | bis 60 °C; Industriewäsche nicht ausdrücklich ausgewiesen | bewegungsfreundlicher Kasack für viel Stehen, Gehen und Arbeiten zwischen Bereichen |
| PRO Wear CARE Poloshirt 374 | 50 % Baumwolle / 50 % Polyester, ca. 210–220 g/m² | 60 °C, Industriewäsche nach ISO 15797 ausgewiesen | sportlicher Teamlook; Regular Fit und Größen XS–6XL |
Was der Vergleich zeigt: Kittel, Stretch-Kasack und Polo setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Material, Stoffgewicht, maximale Waschtemperatur und Industriewäsche-Eignung müssen deshalb immer am konkreten Produkt geprüft werden.
Rezeptur und Herstellung: Hygieneplan und Schutzkleidung sind entscheidend
Für Bereiche, in denen Arzneimittel hergestellt werden, enthält die Apothekenbetriebsordnung konkrete Hygieneanforderungen. Nach § 4a ApBetrO muss der Apothekenleiter geeignete Hygienemaßnahmen für Personal und Herstellungsräume festlegen und in einem schriftlichen Hygieneplan dokumentieren.
Zu diesen Festlegungen gehören ausdrücklich auch hygienisches Verhalten am Arbeitsplatz und die Schutzkleidung des Personals. Je nach Art und Umfang der Herstellung können zusätzliche konkrete Bekleidungs- und Umkleideregeln erforderlich sein.
Deshalb sollte ein normaler Apothekerkittel nicht pauschal als Schutzkleidung für Rezeptur oder andere Herstellungstätigkeiten bezeichnet werden. Welche Kleidung dort erforderlich ist, muss zum jeweiligen Hygiene- und Herstellungsverfahren passen.
Berufsbekleidung und Schutzkleidung nicht verwechseln
Ein Kittel, Kasack oder Poloshirt aus dem normalen Berufsbekleidungssortiment besitzt nicht automatisch eine definierte Schutzwirkung gegen Gefahrstoffe oder andere Risiken.
Wenn bei einer Tätigkeit eine konkrete Gefährdung besteht, muss der Arbeitgeber geeignete Schutzmaßnahmen aus der Gefährdungsbeurteilung ableiten. Bei bestimmten Gefahrstofftätigkeiten können beispielsweise ausdrücklich geeignete Schutzhandschuhe, Schutzbrille oder Schutzkleidung erforderlich sein.
Die Bezeichnung „Apothekerkittel“ oder die weiße Farbe reicht deshalb nicht als Nachweis einer Schutzfunktion.
Muss Apothekenbekleidung bei hohen Temperaturen waschbar sein?
Eine pauschale Mindesttemperatur für jedes Kleidungsstück einer Apotheke lässt sich nicht festlegen. Der erforderliche Wäscheprozess hängt von Tätigkeit und betrieblichen Hygienevorgaben ab; die maximal zulässige Waschtemperatur von der Pflegekennzeichnung des jeweiligen Produkts.
Das Sortiment zeigt deutliche Unterschiede: Der Stretch-Kasack 2692 ist bis 60 °C ausgewiesen. Der EXNER Kittel 292 kann bis 90 °C gewaschen werden und ist industriewäschegeeignet. Das PRO Wear CARE Poloshirt 374 ist bis 60 °C waschbar und für Industriewäsche nach ISO 15797 ausgewiesen.
Deshalb sollten Waschbarkeit und Industriewäsche getrennt betrachtet werden. Eine hohe Waschtemperatur allein bedeutet nicht automatisch, dass ein Kleidungsstück für einen professionellen Wäschekreislauf geeignet ist.
Welches Material ist für Apothekenbekleidung sinnvoll?
Für Apothekenteams gibt es kein grundsätzlich bestes Material. Unterschiedliche Fasermischungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte:
- Baumwolle: kann Feuchtigkeit aufnehmen und wird häufig wegen ihres natürlichen Griffs geschätzt.
- Baumwolle-Polyester-Mischgewebe: kann Pflegeleichtigkeit, Formstabilität und schnelleres Trocknen unterstützen.
- Stretchmischungen: können zusätzliche Elastizität bei viel Bewegung bieten.
- Stoffgewicht: hilft dabei, leichtere und kräftigere Gewebe zu vergleichen.
„Pflegeleicht“, „atmungsaktiv“ oder „langlebig“ lassen sich nicht allein aus einem Materialnamen ableiten. Das fertige Gewebe, Schnitt, Verarbeitung und Pflegefreigabe müssen gemeinsam betrachtet werden.
Weitere Hintergründe finden Sie in unserem Materialratgeber.
Langes Stehen: Welche Passform ist in der Apotheke angenehm?
Viele Tätigkeiten in der Apotheke wechseln zwischen längerem Stehen, Gehen, Sitzen, Einräumen und Arbeiten an unterschiedlichen Höhen. Deshalb sollte Arbeitskleidung nicht nur im Stand gut aussehen.
Bei der Anprobe sollten Sie prüfen:
- Schulter und Rücken: beim Greifen und Einräumen ausreichend Bewegungsraum.
- Brust und Hüfte: Kittel oder Kasack sollten beim Sitzen und Bücken nicht stark spannen.
- Hosenbund: sollte über einen längeren Arbeitstag angenehm sitzen.
- Schrittlänge: wichtig für sicheren Sitz beim Gehen und Stehen.
- Taschen: erreichbar, ohne beim Sitzen oder Arbeiten am HV-Tisch zu stören.
Unsere Größentabelle unterstützt bei der Orientierung.
Taschen in Kitteln und Kasacks: praktisch, aber nicht für alles
Brust- und Seitentaschen können für Stifte, Notizen, Schlüssel oder andere geeignete kleine Arbeitsmittel praktisch sein. Welche Gegenstände in den Taschen getragen werden dürfen, richtet sich jedoch nach Arbeitsablauf und Hygienevorgaben.
Arzneimittel, Ausgangsstoffe, Proben, kontaminierte Gegenstände oder Materialien mit besonderen Aufbewahrungsanforderungen gehören nicht automatisch in normale Kleidungstaschen, sondern in die dafür vorgesehenen Behälter und Arbeitsbereiche.
Weiß, Pastell oder CI-Farbe – welche Farbe passt zur Apotheke?
Weiße Kittel sind eine klassische Option für Apotheken, aber auch Kasacks, Polos und Shirts in Blau, Grün, Pastelltönen oder eigenen CI-Farben können zu einem professionellen Teamkonzept passen.
Die Farbe selbst besitzt keine hygienische Wirkung. Weiß wirkt nicht automatisch „sauberer“ und Pastelltöne erzeugen nicht bei jedem Kunden dieselbe emotionale Wirkung.
Für eine langfristige Teamausstattung sind häufig Verfügbarkeit, Kombinierbarkeit, Größenangebot und Nachbestellbarkeit wichtiger als eine pauschale Farbpsychologie.
Mehr zur bewussten Farbwahl finden Sie in unserem Farbratgeber.
OEKO-TEX® STANDARD 100 richtig einordnen
Wenn ein Produkt nach OEKO-TEX® STANDARD 100 zertifiziert ist, wurden das Textil beziehungsweise seine Bestandteile auf Schadstoffe geprüft.
Die Zertifizierung bedeutet nicht automatisch, dass ein Kleidungsstück dermatologisch getestet, allergiefrei, besonders langlebig, bei hohen Temperaturen waschbar oder als Schutzkleidung geeignet ist. Diese Eigenschaften müssen separat am konkreten Produkt geprüft werden.
Arbeitskleidung für ein Apothekenteam auswählen
Bei einer größeren Teamausstattung sollte zuerst festgelegt werden, welche Tätigkeiten die Mitarbeitenden überwiegend ausführen und ob unterschiedliche Bereiche unterschiedliche Bekleidung benötigen.
- HV, Rezeptur, Backoffice und weitere Tätigkeitsbereiche unterscheiden.
- Bei Herstellung und Gefahrstofftätigkeiten Schutz- und Hygieneregeln vorab klären.
- Kittel, Kasack, Polo und Hosenkonzept auswählen.
- Material und Wäscheprozess festlegen.
- Damen-, Herren- und gegebenenfalls Unisex-Schnitte testen.
- Mustergrößen im Team anprobieren lassen.
- Farben und Serien auf langfristige Nachbestellbarkeit prüfen.
- Erst danach die größere Teambestellung auslösen.
Worauf sollten Sie beim Kauf von Apothekenbekleidung achten?
- Arbeitsbereich: HV, Rezeptur, Warenlager oder andere Tätigkeit unterscheiden.
- Schutzbedarf: normale Berufsbekleidung nicht mit Schutzkleidung/PSA verwechseln.
- Material: Baumwolle, Mischgewebe und Stretch nach tatsächlichem Bedarf vergleichen.
- Stoffgewicht: leichtere und kräftigere Gewebe bewusst auswählen.
- Waschtemperatur: nur die konkrete Produktfreigabe verwenden.
- Industriewäsche: nur bei ausdrücklicher Eignung voraussetzen.
- Passform: langes Stehen, Sitzen, Bücken und Greifen bei der Anprobe testen.
- Taschen: Anzahl und Position nach tatsächlichem Bedarf auswählen.
- Farbe: auf Apotheken- und Teamkonzept abstimmen.
- Nachbestellbarkeit: bei dauerhaft einheitlicher Bekleidung langfristig berücksichtigen.
Häufige Fragen zur Arbeitskleidung in der Apotheke
Müssen Apotheker einen weißen Kittel tragen?
Für den allgemeinen Kundenbereich sollte die konkrete betriebliche Kleiderordnung der Apotheke geprüft werden. Bei der Arzneimittelherstellung gelten zusätzlich die festgelegten Hygiene- und Schutzkleidungsregeln. Die weiße Farbe allein besitzt keine Schutz- oder Hygienewirkung.
Welche Kleidung eignet sich für den HV-Bereich?
Je nach Apothekenkonzept können Kittel, Kasacks, Poloshirts oder Shirts sinnvoll sein. Entscheidend sind ein einheitlicher Teamauftritt, angenehme Passform und zum betrieblichen Wäscheprozess passende Produkteigenschaften.
Braucht man in der Rezeptur besondere Schutzkleidung?
Die Apothekenbetriebsordnung verlangt für die Arzneimittelherstellung Festlegungen zum hygienischen Verhalten und zur Schutzkleidung des Personals. Welche konkrete Kleidung notwendig ist, hängt von Herstellungsverfahren, Hygieneplan und gegebenenfalls der Gefährdungsbeurteilung ab.
Muss Apothekenbekleidung bei mindestens 60 °C waschbar sein?
Nicht pauschal. Der benötigte Wäscheprozess hängt von Tätigkeit und betrieblichen Hygienevorgaben ab. Die maximal zulässige Waschtemperatur ergibt sich aus der Pflegekennzeichnung des konkreten Produkts.
Ist ein Apothekerkittel automatisch Schutzkleidung?
Nein. Ein normaler Berufskittel besitzt nicht automatisch eine definierte Schutzfunktion. Wenn Schutz vor einer konkreten Gefährdung erforderlich ist, muss dafür ausdrücklich geeignete Schutzkleidung beziehungsweise PSA ausgewählt werden.
Was ist für Apotheken besser: Kittel oder Kasack?
Beides kann passen. Kittel bieten eine vollständig zu öffnende Mantelform; Kasacks sind kompaktere Arbeitsoberteile mit vielen Schnitt- und Farbvarianten. Entscheidend sind Tätigkeit, persönlicher Komfort und das Teamkonzept der Apotheke.
Sind farbige Kittel und Kasacks in Apotheken möglich?
Ja, sofern das betriebliche Bekleidungskonzept und die jeweiligen Tätigkeiten dies zulassen. Weiß ist eine klassische Option, aber auch andere Farben oder CI-Farben können für den Teamauftritt genutzt werden.
Was bedeutet OEKO-TEX® STANDARD 100 bei Apothekenbekleidung?
Die Zertifizierung bedeutet, dass das Textil beziehungsweise seine Bestandteile auf Schadstoffe geprüft wurden. Sie ist kein Nachweis für eine bestimmte Waschtemperatur, Industriewäsche-Eignung, Allergiefreiheit oder Schutzfunktion.
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